STIL Goetheanismus in Kunst und Wissenschaft
Johanni 2021, 43. Jahrgang Heft 2
Johann Wolfgang von Goethe gelingt es, in seinem Faust die Kernfragen des Menschseins der Moderne dramatisch so zu fassen, dass sie zum Spiegel und Erkenntnismittel für den heutigen Menschen werden. Diese Ausgabe widmet sich u. a. der Physiognomie des Bösen aber auch dem Doppelwesen des Menschen als Grundmotiv in Goethes Faust. Der griechische Dichter Thanassis Lambrou untersucht die reiche Fülle der Bezüge zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. «Faust gibt den Weg des Wissens durch seinen Pakt mit Mephistopheles auf und wendet sich der Tat, der unbegrenzten Betätigung zu, die ihn schließlich nicht zur Erleuchtung, sondern zur Erblindung führt. Steht der heutige Mensch vor der faustischen Erblindung oder ist er bereits blind?»
Die eindrücklichen Illustrationen dieses Faust-Heftes stammen von der niederländischen Malerin Frederiek Nelissen. Die Künstlerin spricht in einem Interview über ihren Bilderzyklus zu Faust darüber, wie die Szenen zu malerischen Imaginationen werden und welche Szenen ihr dabei besonders naheliegen.